Dr. Silke Waggershauser

Von der exzellenten Zahnärztin zur Entwicklerin der Dentosophie.

Dr. Silke Waggershauser

Erfolg war da und dennoch fehlte etwas

Ich war eine gute Zahnärztin, ich würde sogar sagen eine exzellente. Ich hatte das beste Examen meines Jahrgangs abgelegt, arbeitete mittlerweile in einer renommierten Praxis in Berlin, hatte viele namhafte Fortbildungen besucht und war spezialisiert auf Endodontie. Es war das normale Tagesgeschäft: Bohren, mikroskopische Endodontie, Füllungen, Schmerzbehandlungen. Alles selbstverständlich mit höchster Präzision und technisch sauber. Und ich war erfolgreich. Ich wusste, was ich tat, und ich tat es gut.

Eine Begegnung, die alles verschob

Und dann kam 2014 – ein Jahr, das alles veränderte. Meine Familie und ich zogen nach Madrid. Mein Mann trat eine neue Position bei Mercedes-Benz an. Was für ihn ein Aufbruch war, fühlte sich für mich wie ein Stillstand an. Plötzlich war ich ohne meine geliebte Arbeit, ohne Freunde, ohne soziales Netz – mit zwei sehr kleinen Kindern in einem fremden Land. Mein Körper begann zu reagieren. Ich wurde krank.

Mit den Geburten meiner Kinder hatte ich begonnen, mich für ganzheitliche Herangehensweisen zu interessieren. So suchte ich auch für mich einen ganzheitlichen Arzt auf. Er konnte mir helfen, doch was viel bedeutender war als seine Therapie, war ein Satz, den er mir am Ende sagte: „Wenn Sie sich für Ganzheitlichkeit interessieren, dann gibt es hier in Madrid auch eine ganzheitliche Zahnärztin. Vielleicht möchten Sie einmal Kontakt aufnehmen.“ Er schrieb mir ihre Adresse auf einen kleinen Zettel.

Ich ging hin. Gar nicht so sehr mit einem Plan und schon gar nicht mit einer besonderen Erwartung. Eher wie jemand, der Zeit hat, aus Neugier.

„Sie sind Mundatmerin.“

Die Kollegin untersuchte mich gründlich und schon nach wenigen Minuten sagte sie etwas, das mich vollkommen aus der Fassung brachte: „Sie sind Mundatmerin.“ Ich war irritiert. Das war mir völlig fremd. Ich dachte: „Ich bekomme doch gut Luft. Was soll daran so schlimm sein?“

Erst viel später begriff ich die eigentliche Erschütterung dieses Moments: Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über zehn Jahre Berufserfahrung. Ich hatte hochkarätige Fortbildungen absolviert, auch im ganzheitlichen Bereich, war fachlich exzellent ausgebildet – und doch hatte diese Kollegin etwas gesehen, das mir selbst nie bewusst gewesen war. Etwas ganz Fundamentales. Etwas, das ich trotz all meines Wissens überhaupt nicht auf dem Schirm hatte.

Ich wurde meine eigene erste Patientin

Sie erklärte mir etwas, das mich vage an Anatomie- und Physiologiekurse aus der Vorklinik erinnerte, aber für mich überhaupt keinen konkreten Patienten- oder Praxisbezug hatte. Ich spürte einen kurzen inneren Widerstand. Mit einem Augenzwinkern und den herausfordernden Worten „Sie als Deutsche sind doch sehr diszipliniert. Und Sie wollen den Dingen auf den Grund gehen“ hatte sie mich.

Ich stieg in die von ihr empfohlene Therapie mit dem Balancer ein. Und so wurde ich, ein bisschen widerwillig und vor allem skeptisch, meine eigene erste Patientin. Und ich erlebte etwas, das ich bis dahin nicht für möglich gehalten hätte: Es half mir. Ich schlief viel besser, meine Augenringe verschwanden, ich wachte morgens nicht mehr mit trockenem Mund auf, mein ständiges Pressen gehörte der Vergangenheit an, mein Kiefergelenk knackte nicht mehr.

Das war mein erster Kontakt mit einer für mich völlig neuen Methode: der Dentosophie.

Als sich das Puzzle plötzlich zusammenfügte

Nachdem ich die ungeahnten Effekte an mir gespürt hatte, meldete ich mich ohne zu zögern zur Dentosophie-Ausbildung in Spanien und Frankreich an. Zu dieser Zeit arbeitete ich in einer schicken deutschen Praxis in Madrid. Alles war technisch auf dem neuesten Stand – inklusive Mikroskop, Scanner, CAD-CAM, Apple-Ästhetik bis ins Detail. Die Patienten waren meist Deutsche, die im Urlaub oder beruflich nur kurze Zeit in der Stadt waren. Ihren Vertrauenszahnarzt hatten sie zu Hause, sie wollten meist schnelle Lösungen und suchten nicht unbedingt langfristige Wege. Für das, was sich mir mit der Dentosophie gerade zu öffnen begann, war dort irgendwie kein Raum.

Mentorin & Meisterschaft

Dann traf ich auf einem Kongress Paula, eine spanische Zahnärztin und Kieferorthopädin. Ich ging auf ihr Angebot ein, in ihrer Praxis in Colmenar Viejo, einer Kleinstadt nördlich von Madrid, zu arbeiten. Aus heutiger Sicht wurde sie zu meiner Mentorin. Jeden Dienstag, wenn sie ihre Bürozeit hatte, kam ich zu ihr mit Modellen, Patientenfällen und Röntgenbildern und besprach jeden einzelnen Fall mit ihr. So lernte ich in dieser Praxis, was Dentosophie wirklich ist und sein kann.

Trotz jahrelanger Praxiserfahrung wurde mir klar: Ich hatte vieles gelernt, aber das Entscheidende nicht verstanden. Ich kannte die Einzelteile – die Anatomie, die Muskulatur –, aber ich hatte nie gelernt, wie alles zusammenwirkt. Es war, als hätte ich ein Puzzle neu zusammengesetzt, das plötzlich ein stimmiges Bild ergab: Wie der Dreiklang aus Atmen, Schlucken und Kauen und die daran beteiligten Muskelketten den gesamten Menschen und seine Gesundheit beeinflussen. Wie Dentosophie also direkt an der Ursache ansetzt.

Ich begann begeistert, dieses Wissen anzuwenden. Und ich erlebte ungeahnte Erfolge, die mich überraschten und anspornten. Ich erinnere mich an ein elfjähriges Mädchen, das innerhalb kürzester Zeit den tiefen Biss gehoben hatte und dessen Zahnbogen ausgeformt war – ganz ohne klassische kieferorthopädische Mechanik. Oder an einen erwachsenen Patienten, der jahrelang unter Verspannungen, Schmerzen und Bruxismus gelitten hatte, viele Schienen verschlissen hatte und der mit Dentosophie innerhalb weniger Wochen schmerzfrei war.

Ich wusste: Das ist es. Das ist mein Ding. So kann es bleiben.

Warum ich heute Zahnmedizin neu denke

Und dann kam der nächste Bruch. Mein Mann wurde 2020 zurück nach Deutschland versetzt. Gerade als ich das Gefühl hatte, beruflich angekommen zu sein, gerade als es mir so gut ging, gerade als sich alles gefügt hatte.

Zurück in Deutschland begann alles bei Null. Niemand kannte hier Dentosophie – weder meine Patienten noch meine Kollegen. Ich stand mit all diesem neuen Wissen allein da: brennend für die Methode und gleichzeitig total frustriert. Ich hatte in den Jahren in Madrid erlebt, was möglich war, aber es gab niemanden, mit dem ich diese Begeisterung hier teilen konnte. Keine fachliche Heimat. Kein kollegiales Echo.

Ich hatte ein Wissen mitgebracht, für das im deutschen System kein Platz vorgesehen war – keine Abrechnung, keine Heilmittelverordnung oder dergleichen. Mir fehlte der fachlich-kollegiale Resonanzraum. Die Dentosophie prallte auf starre GOZ-Vorgaben, Bürokratie und ein hochreguliertes Gesundheitssystem. Vor allem schien das Verständnis dafür zu fehlen, was Dentosophie überhaupt sein wollte.

Entstehung der Waggershauser-Methode

Mir wurde schnell klar: Wenn Dentosophie in Deutschland Fuß fassen sollte, würde das nicht von allein geschehen. Wenn Patienten erfahren sollen, was alles möglich ist, braucht es neue Konzepte. Es brauchte Übersetzung auf allen Ebenen. Ich begann, die Methode zu übertragen – in eine fachlich saubere, wissenschaftlich fundierte Sprache, in ein abrechenbares Konzept, in Strukturen, die im deutschen System tragfähig sind. Was heute selbstverständlich wirkt, war damals akribische Pionierarbeit. Dentosophie musste nicht einfach nur übersetzt werden, sie musste für den deutschsprachigen Raum gebaut werden.

Aus diesem Prozess entstand etwas Eigenes: eine weiterentwickelte, strukturierte, etablierbare Form – die Waggershauser-Dentosophie-Methode. Die Patientenerfolge stellten sich ein, immer zahlreicher. Eine liebe Patientin reiste sogar von Amrum zu mir an – elf Stunden Zugfahrt. Und irgendwann wurde klar: Ich kann das allein nicht mehr bewältigen. Ich brauche Kollegen, die mitmachen, die Lust haben, wirksam zu sein und bereit sind, Zahnmedizin anders zu denken.

Die Dentosophie Ausbildung

Und dann der brennende Wunsch in meinem Herzen: Noch mehr Zahnärzte und Zahnärztinnen sollen die Möglichkeit bekommen, so zu arbeiten und ihre Patienten so zu betreuen. Also traf ich eine Entscheidung: Man kann Dentosophie jetzt bei mir lernen. Auch wenn es das noch nicht gab, würde ich es schaffen – eine zahnärztliche Fortbildung, die anders ist.

Neue Formate. Neue Didaktik. Hybride Lernformen (online und in Präsenz), die in den Familienalltag passen. Wissen, das nicht nach dem Seminarwochenende verpufft, sondern sofort angewendet werden kann. Eine Wissensbibliothek, die jederzeit abrufbar ist, ein kollegialer Austausch und eine Community, die sich trägt und gemeinsam wächst. Und das mit mir als Mentorin – jederzeit ansprechbar über eine zeitgemäße Chat-Gruppe und Online-Konferenzen. Quasi der direkte kurze Draht zu mir, genauso wie ich ihn zu meiner Mentorin Paula in Spanien hatte.

Umso glücklicher bin ich heute, dass ich für andere Zahnärztinnen und Zahnärzte ein Vorbild bin, sie inspirieren darf, ihnen Sinn und Freude am Beruf (zurück)geben darf – mit einer klaren Vision.

Ich wünsche mir, dass die Grundfunktionen Atmen, Schlucken, Kauen eines Tages so selbstverständlich sind wie das zahnärztliche Grundbesteck aus Spiegel, Sonde und Pinzette. Dass wir die Grundfunktionen sehen, verstehen und nutzen.

Für Zahnmedizin, die wirkt.
Und ein Business, das befreit.

Dr. Silke Waggershauser im Dentalwelt Podcast

Dentosophie auf einen Blick Kurzinfo für Zahnmediziner:innen

Vielleicht haben Sie schon davon gehört – doch was genau steckt hinter der Methode Dentosophie?

Hier erfahren Sie in wenigen Minuten, warum Dentosophie nicht nur effektiv und ursachenorientiert wirkt, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll in den Praxisalltag integrierbar ist.

Diese Seite richtet sich speziell an Zahnmediziner:innen, die auf der Suche nach fundierten, abrechenbaren und wirksamen Erweiterungen ihres therapeutischen Spektrums sind.

Video 1
Vorstellung von Dr. med. dent. Silke Waggershauser
Was ist eigentlich Dentosophie?

Video 2
Die Indikationsgruppen, bei denen wir mit der Dentosophie ein großer Beitrag sein können:
Kinder mit Zahn- und Kiefer-Fehlstellungen sowie Erwachsene mit CMD-Problematik

Video 3
Wie sich die Integration von Dentosophie positiv
auf Ihren beruflichen Alltag und die Aussenwirkung Ihrer Praxis auswirkt

Video 4
Wie sich die Dentosophie von Myobrace unterscheidet

Video 5
Wie integrierst du Dentosophie nun in deiner Praxis?

Video 6
Einladung in die Ausbildung

Video 7
Abschließende Worte und eine Zusammenfassung
Einladung zum Kurs „Dentosophie“